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<title>Josef Schappe</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Josef Schappe</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Josef Anton Schappe</b> (* <a href="28._April" title="28. April">28. April</a> <a href="1907" title="1907">1907</a> in <a href="Graach_an_der_Mosel" title="Graach an der Mosel">Graach an der Mosel</a>; † <a href="7._November" title="7. November">7. November</a> <a href="1994" title="1994">1994</a> in <a href="Ratingen" title="Ratingen">Ratingen</a>) war ein deutscher Politiker (<a href="Kommunistische_Partei_Deutschlands" title="Kommunistische Partei Deutschlands">KPD</a>, <a href="Unabh%C3%A4ngige_Arbeiterpartei_Deutschlands" title="Unabhängige Arbeiterpartei Deutschlands">UAPD</a>, <a href="Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands" title="Sozialdemokratische Partei Deutschlands">SPD</a>) und <a href="Widerstandsk%C3%A4mpfer" title="Widerstandskämpfer">Widerstandskämpfer</a> gegen das NS-Regime in Ratingen und Düsseldorf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Jugend_und_frühe_Jahre"><span id="Jugend_und_fr.C3.BChe_Jahre"></span>Jugend und frühe Jahre</h2></div>
<p>Josef Schappe wurde am 28. April 1907 in Graach im <a href="Landkreis_Bernkastel-Wittlich" title="Landkreis Bernkastel-Wittlich">Landkreis Bernkastel-Wittlich</a> geboren. Er arbeitete als Hilfsarbeiter im Weingewerbe, als Arbeiter in einer Sargfabrik, später als Funktionär und Jugendvertreter der Arbeiterbewegung in <a href="Bad_Kreuznach" title="Bad Kreuznach">Bad Kreuznach</a>. Als Jungfunktionär besuchte er die Gewerkschaftsschule in <a href="Jelenia_G%C3%B3ra" title="Jelenia Góra">Hirschberg</a> (<a href="Niederschlesien" title="Niederschlesien">Niederschlesien</a>), wo er mit Themen wie Arbeitsrecht, Geschichte und politischer Theorie vertraut gemacht wurde. Zwischen 1925 und 1927 arbeitete er in <a href="Deutz_(K%C3%B6ln)" title="Deutz (Köln)">Köln-Deutz</a> in einer Motorenfabrik, bereiste Deutschland und schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen. Schappe landete schließlich in <a href="D%C3%BCsseldorf" title="Düsseldorf">Düsseldorf</a>, wo er schnell Anschluss an die organisierte Arbeiterbewegung fand und der KPD beitrat. Durch einen Vorarbeiter bei <i>Haniel und <a href="Heinrich_Lueg" title="Heinrich Lueg">Lueg</a></i> machte er Bekanntschaft mit <a href="Peter_Waterkortte" title="Peter Waterkortte">Peter Waterkortte</a>, dem Redakteur der kommunistischen Zeitung <i>Freiheit</i> in Düsseldorf, und dem dortigen Chefredakteur <a href="Erich_Gl%C3%BCckauf" title="Erich Glückauf">Erich Glückauf</a>, bevor er 1929 schließlich ins benachbarte <a href="Ratingen" title="Ratingen">Ratingen</a> umzog.
</p><p>In Ratingen und Düsseldorf war Schappe Mitglied der kommunistischen Jugendgruppen und Delegierter des Metallarbeiter-Verbandes und absolvierte ein journalistisches Volontariat bei der <i>Freiheit</i>. 1930 wurde er Mitglied der Bezirksleitung der KPD für den Bezirk Niederrhein, Freundschaft mit <a href="Karl_Schabrod" title="Karl Schabrod">Karl Schabrod</a>. Ab 1931 war Schappe fest angestellter Redakteur bei der <i>Freiheit</i> und Leiter des Kommunistischen Jugendverbands im Bezirk Niederrhein.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verfolgung_und_Widerstand_1933–1945"><span id="Verfolgung_und_Widerstand_1933.E2.80.931945"></span>Verfolgung und Widerstand 1933–1945</h2></div>
<p>Am 28. Februar 1933, dem Tag nach dem <a href="Reichstagsbrand" title="Reichstagsbrand">Reichstagsbrand</a>, wurde Schappe von der <a href="Gestapo" class="mw-redirect" title="Gestapo">Gestapo</a> auf offener Straße in Ratingen verhaftet und misshandelt. Er zählte damit zu den ersten Inhaftierten im Umkreis Düsseldorfs, die aufgrund der neuen Notverordnung des Reichspräsidenten noch an diesem Tage in „<a href="Schutzhaft" title="Schutzhaft">Schutzhaft</a> genommen“ wurden. Bis zum 2. März 1934 blieb Schappe in Haft, zunächst im Ratinger, dann im <a href="Staatspolizeileitstelle_D%C3%BCsseldorf" title="Staatspolizeileitstelle Düsseldorf">Düsseldorfer Polizeigefängnis</a> in der Mühlenstraße, wo er erneut Misshandlungen zu erleiden hatte. Nachdem Schappe wieder frei gelassen wurde, arbeitete er aktiv in der Widerstandsarbeit in Ratingen und Düsseldorf; diese konzentrierte sich vornehmlich auf den Wiederaufbau der im Frühjahr 1933 durch die ersten Massenverhaftungen zerstörten Strukturen der KPD und ihrer Nebenorganisationen. Unter der Häftlingsnummer 2599 wurde er am 22. März 1935 erneut in das Düsseldorfer <a href="Polizeipr%C3%A4sidium_D%C3%BCsseldorf" title="Polizeipräsidium Düsseldorf">Polizeigefängnis</a> am <a href="J%C3%BCrgensplatz" title="Jürgensplatz">Mackensenplatz</a> eingeliefert, wo er bis zum 8. April verblieb und verhört wurde. Der III. Strafsenat des <a href="Oberlandesgericht_Hamm" title="Oberlandesgericht Hamm">OLG Hamm</a> eröffnete am 23. September 1935 das Verfahren gegen Schappe, es endete mit einer Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus „wegen Vorbereitung zum <a href="Hochverrat" title="Hochverrat">Hochverrat</a>“. Diese Strafe verbüßte er bis Ende 1938 im <a href="Zuchthaus_L%C3%BCttringhausen" class="mw-redirect" title="Zuchthaus Lüttringhausen">Zuchthaus Lüttringhausen</a> bei Remscheid, bis Schappe dem <a href="Konzentrationslager_Buchenwald" class="mw-redirect" title="Konzentrationslager Buchenwald">Konzentrationslager Buchenwald</a> überstellt wurde. Seit Januar 1940 gehörte Schappe in Buchenwald zum illegalen Lagerkomitee und leitete die <i>Gruppe Niederrhein</i> mit 36 Mitgliedern. In Buchenwald wurde Schappe erst im April 1945 durch US-Truppen befreit.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nachkriegszeit">Nachkriegszeit</h2></div>
<p>Im Oktober 1945 wurde Schappe Vorsitzender der Ratinger KPD; er gehörte 1945/46 dem ernannten Kreisbeirat des <a href="Landkreis_D%C3%BCsseldorf-Mettmann" class="mw-redirect" title="Landkreis Düsseldorf-Mettmann">Landkreises Düsseldorf-Mettmann</a> und dem Rat der Stadt Ratingen an. Für die erste demokratische Kommunalwahl am 15. September 1946 kandidierte er erfolgreich für den neuen Rat und war zugleich stellvertretender Chefredakteur des KPD-Zentralorgans <i>Freies Volk</i>. Im Jahr 1949 wurde er seines Amtes enthoben, 1950 folgte der Ausschluss aus der KPD wegen „<a href="Titoismus" title="Titoismus">titoistischer</a> Tendenzen“. Schappe gehörte dann neben dem aus Belgrad zurückgekehrten <a href="Wolfgang_Leonhard" title="Wolfgang Leonhard">Wolfgang Leonhard</a> und dem bayrischen KPD-Funktionär <a href="Georg_Fischer_(Politiker%2C_1906)" title="Georg Fischer (Politiker, 1906)"> Georg Fischer</a> (1906–1980) zu den Begründern der titoistisch geprägten <i><a href="Unabh%C3%A4ngige_Arbeiterpartei_Deutschlands" title="Unabhängige Arbeiterpartei Deutschlands">Unabhängigen Arbeiterpartei Deutschlands</a></i> (UAPD) in Frankfurt am Main, die für einen revolutionären Sozialismus demokratischer Prägung einstand.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er fungierte als Chefredakteur der UAPD-Parteizeitung <i>Freie Tribüne</i>.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Jahr 1952 trat er der SPD bei und wurde sozialdemokratischer <a href="Ratsherr" class="mw-redirect" title="Ratsherr">Ratsherr</a> und <a href="Fraktionsvorsitzender" title="Fraktionsvorsitzender">Fraktionsvorsitzender</a> in Ratingen. 1972 zog er sich zurück. Kurz vor seinem Tod ernannte ihn die Fraktion zum Ehrenvorsitzenden.
</p><p>Er war mit Wilma Schappe geb. Ruthenbeck (1922–2014) verheiratet, ebenfalls langjährige SPD-Ratsfrau in Ratingen. Als ihr Mann 1950 aus der KPD ausgeschlossen wurde, erhielt die damalige KPD-Aktivistin Funktionsverbot, weil sie sich nicht von ihm scheiden lassen wollte.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ehrungen">Ehrungen</h2></div>
<ul><li>1980 <a href="Bundesverdienstkreuz" class="mw-redirect" title="Bundesverdienstkreuz">Bundesverdienstkreuz</a> am Bande</li>
<li>1994 Ehrenvorsitzender des SPD-Ortsverbands Ratingen</li>
<li>1996 Straßenbenennung in Ratingen-Ost</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Josef Schappe: <i>Bleib’ ein anständiger Kerl, alles andere zählt nicht! Das bewegte Leben eines alten Ratingers.</i> In: <i>Die Quecke. Ratinger und Angerländer Heimatblätter</i> 60 (1990), S. 52–56.</li>
<li><a href="Bastian_Fleermann" title="Bastian Fleermann">Bastian Fleermann</a>: <i>Josef Schappe (1907–1994). In Erinnerung an einen Ratinger Kommunalpolitiker und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime.</i> In: <i>Ratinger Forum. Beiträge zur Stadt- und Regionalgeschichte</i> 11 (2009).</li>
<li>Hermann Tapken (Hrsg.): <i>Ratingen 1933 bis 1945. Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg.</i> Ratingen 1990.</li>
<li>Walburga Fleermann: <i>Widerstand gegen den Nationalsozialismus 1933–39. Dargestellt am Beispiel der Stadt Ratingen.</i> Bonn/St. Augustin 1979.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Kulemann: <i>Die Linke in Westdeutschland nach 1945. Die erste Nachkriegszeit, zwischen sozialdemokratischer Integration und dem Stalinismus der KPD. Das Scheitern der Titoistischen´ Unabhängigen Arbeiterpartei (UAP) 1950</i>. Hannover 1978; <a href="Hermann_Weber_(Historiker%2C_1928)" title="Hermann Weber (Historiker, 1928)">Hermann Weber</a>: <i>Die SED und der Titoismus. Wolfgang Leonhard zum 90. Geburtstag</i>. In: <i>Deutschland Archiv</i> 4/2011 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/deutschlandarchiv/54018/sed-und-titoismus?">Online</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Gregor Kritidis: <i>Linkssozialistische Opposition in der Ära Adenauer. Ein Beitrag zur Frühgeschichte der Bundesrepublik Deutschland</i>. Offizin, Hannover 2008; ISBN 978-3-930345-61-8, S. 162.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulrich Gausmann: <i>Für das Vaterland ohne Volk. Die KPD und die nationale Frage 1945-1949</i>. Lit Verlag, 2. Auflage Münster 2022, S. 208. Vgl. auch Wolfgang Kraushaar: Die Protest-Chronik 1949–1959. Rogner & Bernhard, Frankfurt am Main 1996, S. 203</span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/140782184">140782184</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/107769941/">107769941</a></span> | </div>
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